„KITASCHULEHORT: Kooperation im Schnittfeld „formeller“ und „informeller“ Bildung“

Das Forum zu pädagogischen Fachthemen bietet einen Ort des Austauschs der raum- und zeitunabhängig von Fachkräften, Eltern, TrägervertreterInnen und der interessierten Fachöffentlichkeit genutzt werden kann. Fragen, Probleme, Lösungen, Informationen, Kritik und Lob zur Kindertagesbetreuung in Brandenburg haben hier einen Platz. Für das Ziel, den Kindern bestmögliche Entwicklungschancen zu eröffnen und dafür zu einer Partnerschaft aller am Erziehungsprozess Beteiligten beizutragen, sollen hier pädagogische Themen behandelt werden.

Moderator: Detlef Diskowski

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Detlef Diskowski
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„KITASCHULEHORT: Kooperation im Schnittfeld „formeller“ und „informeller“ Bildung“

Beitragvon Detlef Diskowski » 17.11.2018, 17:43

Am 29.11.2018, 18:00 bis 19:30 bieten wir das nächste kostenlose Online Seminare für pädagogische Fachkräfte an.
„KITASCHULEHORT: Kooperation im Schnittfeld „formeller“ und „informeller“ Bildung“ lautet das Thema.
Heike Bloch, Kita- und Hortleiterin sowie Markus Althoff, ehemaliger Schulleiter der Evangelischen Grundschule am Hoffbauer Bildungscampus in Mahlow und Abteilungsleiter fĂĽr Primarbildung bei der Hoffbauer gGmbH leiten durch das Webinar, beleuchten die rechtlichen und konzeptionellen HintergrĂĽnde und berichten ĂĽber Kooperationserfahrungen aus der eigenen Praxis.
Inhaltliche Details entnehmen Sie bitte der untenstehenden Beschreibung. Über folgenden Link können Sie sich für das Online Seminar anmelden:
https://kita-brandenburg.edudip.com/lp/313518

Beschreibung:
Alle Expertinnen und Experten sind sich einig: Kooperation auf Augenhöhe sollte leitend sein für die Zusammenarbeit zwischen den Fachkräften in den unterschiedlichen Bereichen, die mit der Erziehung, Betreuung und Bildung von Kindern betraut sind. Reibungs- und konfliktfrei ist diese Zusammenarbeit zwischen Erzieherinnen und Erziehern auf der einen und Lehrkräften auf der anderen Seite jedoch nicht immer, verbindlich verankert, geboten und da, wo sie gelingt, unbedingt lohnend aber auf jeden Fall. Nicht zuletzt liegt dies an den unterschiedlichen Akzenten in der Erziehungs- und Bildungsarbeit im Schnittfeld zwischen „formeller“ und „informeller“ Bildung.
Das Webinar KITASCHULEHORT: Kooperation im Schnittfeld „formeller“ und „informeller“ Bildung will den rechtlichen und konzeptionellen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen für eine solche Zusammenarbeit auf den Grund gehen und fragt nach Bedingungen für eine gelingende Kooperation.
Gefragt sind aber vor allem auch Ihre Erfahrungen. Lassen Sie sich einladen zu einem Austausch zur Kooperation von Fachkräften in der Begleitung von Kindern im Grundschulalter. Wir freuen uns darauf, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen! Gern verteilen Sie die Einladung an andere Interessierte weiter.
Es grĂĽĂźt freundlich
Detlef Diskowski

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Re: „KITASCHULEHORT: Kooperation im Schnittfeld „formeller“ und „informeller“ Bildung“

Beitragvon althoffma » 30.11.2018, 08:46

Das Webinar "KITASCHULEHORT: Kooperation im Schnittfeld 'formeller' und 'informeller' Bildung" fand gestern ein lebhaftes Echo. Wir freuen uns über die aktive Beteiligung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer und können für uns sagen: Gerne wieder :-).
Nach dem Webinar ist nicht am Ende der Gedanken. Genau dafür gibt es dieses Forum. Was immer Sie im Nachgang bewegt, kann hier eingebracht und in Forumsform weiter diskutiert werden. Selbstverständlich stehen wir auch für Rückfragen zum eingebrachten Impuls zur Verfügung.
Wir freuen uns auf ein Wiederlesen hier - und vielleicht ja auch Wiedersehen und -hören in einem nächsten Webinar.
Herzliche GrĂĽĂźe,
Markus Althoff & Heike Bloch

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Detlef Diskowski
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Re: „KITASCHULEHORT: Kooperation im Schnittfeld „formeller“ und „informeller“ Bildung“

Beitragvon Detlef Diskowski » 10.12.2018, 17:07

Im Webinar wurde problematisiert, dass Kinder mit einem besonderen Förderbedarf zwar eine Unterstützung in der Schule, nicht aber im Hort erhalten. Nun kann es sicherlich sein, dass in bestimmten Fällen die Förderung tatsächlich nur für den Schulunterricht, nicht aber für die anschließende Hortbetreuung erforderlich ist. Die zuweilen geäußerte Auffassung, dass Kinder im Grundschulalter grundsätzlich keinen Eingliederungshilfebedarf haben, ist nicht zutreffend. Allenfalls die Frage, ob es sich um eine privilegierte Leistung handelt, zu deren Kosten die Eltern nicht herangezogen werden, war in der Vergangenheit von Bedeutung. Mit der Einführung des § 17 Abs. 4 in das KitaG wurde diese Frage allerdings praktisch irrelevant. ("Eine Heranziehung zu den Kosten einer Leistung der Eingliederungshilfe für Kinder im Grundschulalter nach §§ 53, 54 SGB XII erfolgt nicht, soweit diese Leistung der Inanspruchnahme des Rechtsanspruchs gemäß § 1 dient. Hinsichtlich der Erstattung der den örtlichen Trägern der Sozialhilfe für die vorgenannten Leistungen entstandenen Kosten finden §§ 10 bis 15 des Gesetzes zur Ausführung des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch mit der Maßgabe Anwendung, dass den örtlichen Trägern der Sozialhilfe die entstandenen Aufwendungen unabhängig von den individuellen kommunalen Anteilen unter Berücksichtigung einer Finanzierungsquote des Landes von 85 Prozent gegen
Nachweis erstattet werden."
)

KĂĽrzlich fand ich ein Urteil des Bundessozialgerichts das interessant ist:
Bundessozialgericht, Urteil vom 06.12.2018
- B 8 SO 4/17 R und B 8 SO 7/17 R -
Integrationshelfer fĂĽr Nachmittagsbetreuung in Offener Ganztagsschule nicht ausgeschlossen
Inhalte des Nachmittagsangebot entscheiden für möglichen Anspruch gegen Sozialhilfeträger
Das Bundessozialgericht hat entschieden, dass behinderte Kinder gegen den Sozialhilfeträger einen Anspruch auf Übernahme
der Kosten fĂĽr einen Integrationshelfer (Schulbegleiter) als Hilfe zu einer angemessenen Schulbildung auch fĂĽr Angebote der
Nachmittagsbetreuung in einer Offenen Ganztagsschule haben können.
Die allerdings wegen fehlender tatsächlicher Feststellungen zum konkreten Gegenstand der Angebote sowie der Eignung und
Erforderlichkeit für die Schulbildung der Kläger zur abschließenden Entscheidung an das Landessozialgericht zurückverwiesen wurden.
Bei Nachmittagsangebot zur Unterstützung, Erleichterung oder Ergänzung der Schulbildung besteht Anspruch auf
KostenĂĽbernahme
Entscheidend für die Abgrenzung der unabhängig von Einkommen und Vermögen zu erbringenden Hilfen zur angemessenen
Schulbildung und der bedürftigkeitsabhängigen Leistungen zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft sind die mit den Angeboten
verfolgten Ziele. Liegen diese insbesondere in der Unterstützung, Erleichterung oder Ergänzung der Schulbildung, ist auch der zur
UnterstĂĽtzung des behinderten Kindes hierfĂĽr erforderliche Integrationshelfer eine Hilfe zur angemessenen Schulbildung, wenn sie diese
zumindest erleichtert.
Kein Anspruch auf KostenĂĽbernahme bei lediglich die Zeit ĂĽberbrĂĽckendem Nachmittagsangebot
Will das Nachmittagsangebot jedoch etwa durch gemeinsames Spielen lediglich die Zeit ĂĽberbrĂĽcken, bis die Eltern sich wieder ihrer
Kinder annehmen, hat es allenfalls mittelbar eine positive Auswirkung auf die Schulbildung im Rahmen der allgemeinen Schulpflicht. In
diesem Fall kommt nur eine Hilfe zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft in Betracht.
Weitere Entscheidungen zu diesem Thema:
Kosten fĂĽr die Bereitstellung eines Integrationshelfers sind aus Mitteln der Jugend- oder Sozialhilfe zu erbringen
(Landessozialgericht Rheinland-Pfalz, Urteil vom 07.01.2014 [Aktenzeichen: L 9 SO 429/13 B ER])
Sozialhilfe zur Ermöglichung der Teilnahme geistig behinderter Kinder am integrativen Schulunterricht
(Bundesverwaltungsgericht, Urteil vom 26.10.2007 [Aktenzeichen: BVerwG 5 C 34.06 und 35.06])
Aktuelle Urteile aus dem Sozialrecht
Schlagwörter: behindertes Kind | Betreuung | Ganztagsschule | Integrationshelfer
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© kostenlose-urteile.de (ra-online GmbH), Berlin 06.12.2018
Quelle: Bundessozialgericht/ra-online
Es grĂĽĂźt freundlich
Detlef Diskowski

althoffma
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Re: „KITASCHULEHORT: Kooperation im Schnittfeld „formeller“ und „informeller“ Bildung“

Beitragvon althoffma » 11.12.2018, 14:24

Vielen Dank für die Hinweise. Insbesondere das Urteil bringt noch einmal interessante Aspekte ins Spiel. Wir werden die Situationen der uns anvertrauten Kinder mit besonderen Bedarfen vor dem Hintergrund noch einmal beleuchten. - Das wäre vielleicht ja auch noch mal ein spannendes Thema für ein eigenes Webinar :-).

Mit besten GrĂĽĂźen,
Markus Althoff


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