Kindertagespflege- Erstattungen an Kintertagespflegepersonen

Das Forum "Recht und Struktur" soll helfen Fragen zum Rahmen der Kindertagesbetreuung zu klären, Zusammenhänge aufzuzeigen, auf rechtliche Bestimmungen hinzuweisen und Lösungswege zu eröffnen.

Moderator: Detlef Diskowski

BenjaminRaspel
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Kindertagespflege- Erstattungen an Kintertagespflegepersonen

Beitragvon BenjaminRaspel » 11.08.2017, 12:49

Sehr geehrter Herr Diskowski, sehr geehrte ForumsnutzerInnen,

es geht um den ¬ß23 SGB VIII in dem die F√∂rderung der Kindertagespflege normiert ist. Insbesondere geht es mir um die Auslegung des Begriffes "nachgewiesene Aufwendungen", die f√ľr Kranken-, Plege-, Unfall- und Rentenversicherung (h√§lftig) erstattet werden.

Nun k√∂nnte man diesen Begriff in zweierlei Hinsicht auslegen. Im Kommentar habe ich diesbez√ľglich nichts gefunden. Dort wird der wortgleiche Ausdruck benutzt,
Die erste m√∂gliche Auslegung, der ich im √úbrigen mehr folge, ist die haushalterische Bedeutung des Wortes "Aufwendungen". Lt. ¬ß2 Nr. 5 KomHKV sind Aufwendungen "in Geld ausgedr√ľckter, aber nicht unbedingt zahlungswirksamer Werteverzehr von G√ľtern und Dienstleistungen (Ressourcenverbrauch) eines Haushaltsjahres "; meint: Versicherungsbescheid(Forderung)= nachgewiesene Aufwendungen.
Die zweite m√∂gliche Auslegung, die mir zugetragen wurde, ist die Gleichsetzung mit dem Begriff "Auszahlung"( ¬ß5 Nr.7 KomHKV "Abfluss von Bar- und Buchgeld"), meint: nachgewiesene Aufwendungen = bereits gezahlte Beitr√§ge. F√ľr diese Variante spricht die Funktion dieser monatlichen Erstattung als "Arbeitgeberanteil" zu Versicherungen.

Nun kann es passieren, dass die Kindertagespflegeperson bspw. einen r√ľckwirkenden Versicherungsbescheid erh√§lt. Diese hohe, r√ľckwirkende Summe k√∂nnte sie dann per Ratenzahlung begleichen. Somit w√ľrde haushalterisch (nach Variante 1) schon ein Aufwand, aber keine Auszahlung entstanden sein. W√ľrde man der ersten Variante folgen, w√§ren die Beitr√§ge dann (h√§lftig) zu erstatten. W√§hrend man bei der zweiten Variante dann die zuk√ľnftigen Raten (h√§lftig) erstatten w√ľrde.

√úber Ihre Anregungen w√ľrde ich mich sehr freuen und verbleibe mit freundlichen Gr√ľ√üen.

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Detlef Diskowski
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Re: Kindertagespflege- Erstattungen an Kintertagespflegepersonen

Beitragvon Detlef Diskowski » 11.08.2017, 16:16

Sehr geehrter Herr Raspel,
√ľber diese Frage habe ich mir noch nie Gedanken gemacht ... und hoffe daher, dass andere Forumsnutzer schon mit dem Thema konfrontiert waren und sich dazu eine Auffassung gebildet haben. Es w√§re sch√∂n, wenn Sie diese Auffassung mit anderen teilten.

BenjaminRaspel hat geschrieben:Nun kann es passieren, dass die Kindertagespflegeperson bspw. einen r√ľckwirkenden Versicherungsbescheid erh√§lt.

Ist das der einzige Fall, also der einer nachträglichen Zahlungsverpflichtung, bei dem i.E. die Frage wichtig wird?

BenjaminRaspel hat geschrieben:Diese hohe, r√ľckwirkende Summe k√∂nnte sie dann per Ratenzahlung begleichen. Somit w√ľrde haushalterisch (nach Variante 1) schon ein Aufwand, aber keine Auszahlung entstanden sein.

Sie meinen, die Tpfl-Person wäre vorerst nur konfrontiert mit einer hohen ZahlungsVERPFLICHTUNG und ihre tatsächlichen Zahlungen erfolgen später (als Ratenzahlung)!?


BenjaminRaspel hat geschrieben: W√ľrde man der ersten Variante folgen, w√§ren die Beitr√§ge dann (h√§lftig) zu erstatten. W√§hrend man bei der zweiten Variante dann die zuk√ľnftigen Raten (h√§lftig) erstatten w√ľrde.

Die von Ihnen gemeinte Alternative ist mir nicht ganz klar:
1. "dann (hälftig) zu erstatten" - heißt, sofort des Gesamtbetrag der ZahlungsVERPFLICHTUNG (hälftig) erstatten!?
2. die jeweiligen tatsächlichen Raten (hälftig) erstatten!?

Also unter meinem Eingangsvorbehalt....
Man kann m.E. nicht davon ausgehen, dass der Bundesgesetzgeber eine "Verordnung √ľber die Aufstellung und Ausf√ľhrung des Haushaltsplans der Gemeinden" bei seinen Begriffen im Blick hatte. Wenn ich die Bestimmung - "die nachgewiesenen Aufwendungen" h√§lftig zu erstatten - auszulegen h√§tte, w√ľrde ich vom Sinn und Zweck ausgehen, da f√ľr die hier von Ihnen aufgeworfene Frage m.E. weder eine Kl√§rung durch den Regelungszusammenhang, noch durch die Historie m√∂glich erscheint. Dann dr√§ngt sich auf, dass die √∂ffentliche Jugendhilfe sich (h√§lftig) zu beteiligen hat, an den tats√§chlichen Aufwendungen - also nicht an irgendwelchen Forderungen, die sp√§ter wirksam werden.
Aber ich bin immer noch unsicher, ob ich Ihr Problem tatsächlich erfasst habe :?
Es gr√ľ√üt freundlich
Detlef Diskowski

(10/1991 - 2/2016 Referatsleiter Kita im MBJS)


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